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100 % naturreine ätherische Öle Über 170 Sorten Firmensitz in Alpirsbach Schneller Versand aus Deutschland Persönliche Beratung

Naturreine Öle: Was hinter „100 %“ steckt

„100 % naturrein“ steht auf vielen Fläschchen. Welche Angaben dahinterstehen sollten und wie du Etikett, Datenblatt und Bio-Hinweis selbst prüfst, zeigt dieser Überblick.

Was die Angabe „100 % naturrein“ prüfbar macht

Auf vielen Flaschen mit ätherischem Öl steht „100 % naturrein“. Die Formulierung ist schnell gedruckt, aussagekräftig wird sie aber erst durch die Angaben daneben. Ein ätherisches Öl ist ein flüchtiges, also leicht verdunstendes Duftstoffgemisch, das Pflanzen in bestimmten Teilen wie Blüten, Blättern oder Fruchtschalen bilden. Wie diese Duftstoffe entstehen, beschreibt der Beitrag Wie ätherische Öle entstehen: Pflanzen als Duftquelle.

Damit du die Angabe „naturrein“ selbst überprüfen kannst, lässt sie sich in drei Fragen zerlegen:

  • Stammt der Duft ausschließlich aus der genannten Pflanze? Ein naturreines Öl sollte keine zugesetzten synthetischen Duftstoffe enthalten, also keine im Labor hergestellten Stoffe, die einen Duft nachahmen oder verstärken.
  • Ist das Öl unverdünnt? Es sollte nicht mit einem anderen, fremden Öl gestreckt sein.
  • Sind Pflanzenteil und Gewinnung genannt? Erst wenn du weißt, aus welchem Teil der Pflanze das Öl stammt und mit welchem Verfahren es gewonnen wurde, kannst du die übrigen Angaben einordnen.

Wie ernst ein Anbieter den Begriff nimmt, erkennst du daran, ob er auf alle drei Fragen konkrete Antworten gibt. Fehlt eine davon, ist das kein Beleg für einen Mangel, aber ein Anlass zur Nachfrage. Welche Rolle Pflanzendüfte in früheren Epochen gespielt haben, schildert der Beitrag Duft in der Kulturgeschichte. Für deine Kaufentscheidung heute zählen dagegen nüchterne, überprüfbare Angaben.

Pflanzenteil und Gewinnung: Destillation oder Pressung

Flüchtige ätherische Öle werden überwiegend durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Bei diesem Verfahren strömt heißer Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial und löst das Öl heraus; anschließend werden Öl und Wasser voneinander getrennt. Zitrusöle, etwa aus Orange oder Zitrone, entstehen dagegen meist durch Kaltpressung, also durch mechanisches Auspressen der Fruchtschale. Welches Verfahren bei einem bestimmten Öl wie dem süßen Orangenöl aus Italien angewandt wurde, sollte die Produktangabe nennen.

Bei der Pressung gelangen auch weniger flüchtige Begleitstoffe in das Öl, darunter Cumarine und Furocumarine. Das sind Inhaltsstoffe der Schale, die weniger leicht verdunsten als die eigentlichen Duftstoffe. Die Angabe der Gewinnungsart verrät dir also etwas darüber, welche Stoffgruppen in einem Öl zu erwarten sind. Den Hauptteil der Inhaltsstoffe bilden in der Regel Terpene, eine große Gruppe pflanzlicher Duftmoleküle. In Orangen- und Zitronenöl ist Limonen, ein solches Terpen, der Hauptbestandteil.

MerkmalWasserdampfdestillationKaltpressung
PrinzipWasserdampf löst das Öl aus dem PflanzenmaterialMechanisches Auspressen
AusgangsmaterialPflanzenteile mit flüchtigem ÖlFruchtschale von Zitrusfrüchten
Typische ÖleDer überwiegende Teil der flüchtigen ätherischen ÖleZitrusöle wie Orange und Zitrone
Was ins Öl gelangtVor allem flüchtige BestandteileAuch weniger flüchtige Stoffe wie Cumarine und Furocumarine
Mögliche Angabe auf dem Etikett„wasserdampfdestilliert“„kaltgepresst“ oder „aus der Schale gepresst“

Ausführlich stellt der Beitrag Destillation und Kaltpressung im Vergleich beide Verfahren vor. Wie unterschiedlich zwei gepresste Öle im Duft ausfallen können, zeigt der Vergleich von süßer Orange und Zitrone.

Botanischer Name, Herkunft und Inhaltsstoffe lesen

Der botanische Name ist die wissenschaftliche, lateinische Bezeichnung einer Pflanze, bestehend aus Gattung und Art. Er ist eindeutiger als der deutsche Name, denn im Alltag fasst ein Wort oft mehrere Pflanzen zusammen. Pfefferminze und Krauseminze etwa heißen beide „Minze“, sind aber verschiedene Arten mit eigenem Duft. Bei Lavendel beginnt der botanische Name mit der Gattung Lavandula; erst der zweite Teil sagt, um welche Art es sich handelt. Steht nur „Minzöl“ auf dem Etikett, fehlt dir diese Information.

Ebenso aufschlussreich ist das Herkunftsland. Im Sortiment findest du zum Beispiel Lavendelöl aus Frankreich und Lavendelöl aus Bulgarien. Beide tragen denselben deutschen Namen, können aber verschieden duften; die Gründe erläutert Herkunft zählt: Warum gleiche Pflanzen verschieden duften. Nützlich ist die Herkunftsangabe vor allem, wenn sie mit den übrigen Angaben ein stimmiges Bild ergibt.

Hilfreich ist auch ein Blick auf einzeln genannte Inhaltsstoffe. Ein Datenblatt, etwa ein Sicherheitsdatenblatt, ist ein technisches Dokument, das unter anderem Zusammensetzung und Gefahrenhinweise eines Stoffes beschreibt. In den Bestandteillisten bestimmter Produktgruppen, für die eine Angabe von Duftstoffen vorgeschrieben ist, kann Lavendelöl unter dem Gruppennamen „Lavandula Oil/Extract“ erscheinen. In diesem Fall wird zusätzlich Linalool aufgeführt, ein Duftstoff, der im Lavendelöl selbst enthalten ist. Taucht Linalool also in den Angaben zu einem Lavendelöl auf, ist das für sich genommen kein Hinweis auf einen Zusatz. Gruppenname und Einzelstoff lassen sich gegenlesen und sollten zueinander passen. Wie du die übrigen Angaben und die Gefahrenhinweise deutest, zeigt Etiketten richtig lesen.

Bio-Angaben und Laborprüfungen einordnen

Eine Bio-Angabe ist eine zusätzliche Aussage, die einen eigenen Nachweis braucht. Was sie im Einzelfall belegt, steht nicht im Siegel, sondern im zugehörigen Zertifikat. Daraus sollte hervorgehen, welche Stelle geprüft hat, auf welches Produkt sich die Prüfung bezieht und für welchen Zeitraum sie gilt. Ein Bio-Hinweis ohne solche Angaben ist für dich nicht nachvollziehbar.

Umgekehrt ersetzt ein Zertifikat nicht die übrigen Angaben. Botanischer Name, Pflanzenteil, Gewinnung und Herkunft sollten auch bei einem Öl mit Bio-Angabe vollständig genannt sein, denn sie beantworten andere Fragen als das Siegel.

Ob ein Öl tatsächlich unverfälscht ist, lässt sich am Etikett allein nicht ablesen. Dafür braucht es Laboranalysen. In einer Untersuchung von Handelsproben mehrerer Gewürzöle, darunter Anis- und Fenchelöl, wurden zwei Verfahren kombiniert: die Gaschromatographie, die ein Öl in seine einzelnen Bestandteile auftrennt, und eine Isotopenanalyse. Sie misst das Verhältnis unterschiedlich schwerer Varianten desselben Elements, etwa des Kohlenstoffs, und erlaubt so Rückschlüsse auf den Ursprung eines Stoffes. Auf diesem Weg wurde ein Teil der Proben als verfälscht eingestuft. Für den gesamten Markt lässt sich daraus nichts ableiten, wohl aber, dass Verfälschungen mit geeigneten Methoden erkennbar sind. Ist dir das wichtig, frag nach einem Prüfbericht zur jeweiligen Charge, also zur konkreten abgefüllten Produktionsmenge.

Licht, Luft und Wärme: Warum auch ein naturreines Öl altert

Naturrein heißt nicht unveränderlich. Die meisten ätherischen Öle sind chemisch instabil: Unter dem Einfluss von Sauerstoff, Licht und hohen Temperaturen kommt es zur Oxidation, einer Reaktion mit Sauerstoff, bei der sich Inhaltsstoffe umwandeln. Meist führt das zu einer deutlichen Qualitätsminderung, ohne dass dem Öl etwas hinzugefügt wurde.

Wie stark sich ein Öl verändert, hängt auch vom Weg bis zu dir ab. Sorgfältige Herstellung, ein geeigneter Transport und eine gute Lagerung können solche Veränderungen begrenzen. Für dich zu Hause heißt das: Flasche nach Gebrauch gut verschließen und vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren. Welche Bedingungen dafür günstig sind, erklärt der Beitrag Richtige Lagerung ätherischer Öle: Licht, Wärme und Luft im Griff.

Praxistipp für deinen nächsten Einkauf

Geh vor dem Kauf die Produktangaben durch: Sind botanischer Name, Pflanzenteil, Gewinnungsart und Herkunft genannt? Vergleiche diese Angaben anschließend mit Etikett und Datenblatt, denn alle Quellen sollten übereinstimmen. Bei einer Bio-Angabe fragst du nach dem zugehörigen Zertifikat. Notiere außerdem nach dem ersten Öffnen das Datum auf der Flasche. So kannst du später einschätzen, wie lange das Öl bereits mit Luft in Kontakt ist.

Gut zu wissen: Ätherische Öle sind keine Arzneimittel und nicht zum Verzehr bestimmt. Bei Fragen zur Sicherheit wende dich an Fachleute, an deine Ärztin oder deinen Arzt oder an eine Giftinformationszentrale.