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DIY & Rezepte

DIY-Duftkerze gießen: warmes Licht, natürlicher Duft

Eine selbst gegossene Kerze aus Soja- oder Rapswachs, dazu ein paar Tropfen naturreiner ätherischer Öle aus unserer Schwarzwälder Manufaktur – mehr braucht es nicht für warmes Licht und einen Raumduft zum Wohlfühlen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, worauf es beim Wachs, beim Docht und vor allem bei der Temperatur ankommt.

Soja oder Raps: das richtige Wachs

Für Duftkerzen mit ätherischen Ölen eignen sich pflanzliche Wachse besonders gut. Sojawachs und Rapswachs schmelzen schon bei niedriger Temperatur, brennen ruhig ab und nehmen Duftöle zuverlässig auf. Rapswachs hat den Vorteil, dass es meist aus europäischem Anbau stammt. Beide bekommst du als Pellets oder Flakes im Bastelbedarf – sie lassen sich einfach abwiegen und im Wasserbad schmelzen.

Docht, Glas und Werkzeug

  • Glas: ein dickwandiges, hitzebeständiges Glas (z. B. ein Weckglas), sauber und fettfrei.
  • Docht: gewachster Baumwolldocht mit Fußplatte. Die Dochtstärke richtet sich nach dem Glasdurchmesser – zu dünn brennt die Kerze einen Tunnel, zu dick rußt sie. Halte dich an die Angabe des Herstellers für Soja-/Rapswachs.
  • Werkzeug: Topf fürs Wasserbad, Gießgefäß oder alte Konservendose, Küchenthermometer, Küchenwaage (auf 1 g genau), Holzstäbchen zum Rühren, Wäscheklammer oder Dochthalter zum Fixieren.

Temperatur und Dosierung: darauf kommt es an

Ätherische Öle sind flüchtig und haben einen Flammpunkt – rührst du sie in zu heißes Wachs, verfliegt ein großer Teil des Dufts schon beim Gießen. Die Regel: Wachs schmelzen, dann auf etwa 55–60 °C abkühlen lassen und erst jetzt die Öle einrühren. Als Dosierung haben sich 6–8 % Öl auf das Wachsgewicht bewährt, also 12–16 g Öl auf 200 g Wachs. Wiege die Öle mit der Küchenwaage ab, das ist genauer als Tropfenzählen. Mehr zu Dosierung und Umgang mit naturreinen Ölen findest du in unserem Grundlagen-Guide.

Beim Kombinieren hilft ein Blick auf die Duftpyramide: Zitrusnoten wie Orange verfliegen schneller, Holz- und Gewürznoten tragen den Duft länger. Eine Mischung aus beidem bleibt über die ganze Brenndauer rund.

Rezept 1: Winterlicht mit Orange und Zimt

Ein warmer, winterlicher Duft fürs Wohnzimmer: Orangenöl süß aus Italien bringt die fruchtige Kopfnote, ein wenig Zimtöl aus unserer Gewürzöl-Auswahl sorgt für die weihnachtliche Tiefe. Wer es noch spritziger mag, ergänzt grünes Mandarinenöl.

Winterlicht: Orange-Zimt-Kerze

Sojawachs200 g (Pellets oder Flakes)
Orangenöl süß10 g
Zimtöl2 g – sparsam dosieren, Hautkontakt vermeiden
Mandarinenöl grünoptional 3 g für eine frischere Kopfnote
Glas & Dochthitzebeständiges Glas ca. 250 ml, passender Baumwolldocht
  1. Docht mit der Fußplatte mittig ins Glas kleben und oben mit einer Wäscheklammer gerade fixieren.
  2. Wachs im Wasserbad bei milder Hitze vollständig schmelzen.
  3. Topf vom Herd nehmen und das Wachs auf 55–60 °C abkühlen lassen (Thermometer nutzen).
  4. Öle abwiegen, einrühren und etwa 30 Sekunden gleichmäßig verrühren.
  5. Langsam ins Glas gießen, dabei den Docht gerade halten.
  6. 24–48 Stunden bei Zimmertemperatur ungestört aushärten lassen, dann den Docht auf ca. 5 mm kürzen.

Rezept 2: Ruhiger Abend mit Lavendel und Zeder

Für eine ruhige Duftatmosphäre am Abend: französisches Lavendelöl fein duftet blumig-krautig, Zedernholzöl Virginia legt eine weiche, holzige Basis darunter. Zusammen entsteht ein Duft, der gut zu Leselampe und Sofadecke passt.

Ruhiger Abend: Lavendel-Zeder-Kerze

Rapswachs200 g (alternativ Sojawachs)
Lavendelöl fein9 g
Zedernholzöl Virginia4 g
Glas & Dochthitzebeständiges Glas ca. 250 ml, passender Baumwolldocht
  1. Docht ins Glas setzen und fixieren, Wachs im Wasserbad schmelzen.
  2. Wachs auf 55–60 °C abkühlen lassen, dann Lavendel- und Zedernholzöl einrühren.
  3. Ins Glas gießen und 24–48 Stunden ruhen lassen.
  4. Docht auf ca. 5 mm kürzen – fertig für den ersten Abend.

Das erste Anzünden: einmal durchbrennen lassen

Wachs hat ein „Gedächtnis": Lass die Kerze beim ersten Anzünden so lange brennen, bis die gesamte Oberfläche flüssig ist – als Faustregel etwa eine Stunde pro Zentimeter Glasdurchmesser. So brennt sie später gleichmäßig ab, statt einen Tunnel zu bilden. Kürze den Docht vor jedem Anzünden auf etwa 5 mm. Übrigens: Eine selbst gegossene Kerze mit handgeschriebenem Etikett ist auch ein schönes Mitbringsel – Inspiration findest du bei unseren Sets & Geschenken.

Gut zu wissen – Brandschutz zuerst: Lass eine brennende Kerze niemals unbeaufsichtigt. Stelle sie auf eine feuerfeste Unterlage, mit Abstand zu Vorhängen, Deko und anderen brennbaren Materialien, nicht in Zugluft und außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Brenne die Kerze nicht vollständig bis zum Glasboden ab. Für die Öle gilt: nie unverdünnt auf die Haut bringen (Zimtöl kann besonders reizen), bei Hautkontakt gründlich abwaschen, Fläschchen von Kindern und Haustieren fernhalten. In der Schwangerschaft besprich die Verwendung ätherischer Öle vorab mit einer Fachperson.
Warum duftet meine Kerze kaum?

Die häufigsten Gründe: Die Öle wurden in zu heißes Wachs gerührt (über 60 °C verfliegt viel Duft), die Dosierung lag deutlich unter 6 %, oder die Kerze durfte nicht 24–48 Stunden durchziehen. Auch der Docht spielt mit – ein zu kleiner Docht bildet nur einen kleinen Schmelzpool, aus dem wenig Duft in den Raum steigt.

Kann ich Wachsreste alter Kerzen verwenden?

Besser nicht mischen: Paraffinreste verhalten sich beim Schmelzen und Brennen anders als Soja- oder Rapswachs, und alte Duftreste verfälschen deine Mischung. Für ein sauberes Ergebnis lohnt sich frisches Pflanzenwachs – Reste sortenreiner Sojakerzen kannst du dagegen problemlos wieder einschmelzen.