Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
100 % naturreine ätherische Öle Über 170 Sorten Firmensitz in Alpirsbach Schneller Versand aus Deutschland Persönliche Beratung

Duftfamilien erkennen: Zitrus, Blumig, Kräuterig, Würzig, Holzig, Minzig

Zitrus, Blumig, Kräuterig, Würzig, Holzig und Minzig: Diese sechs Familien ordnen das Sortiment. Du erfährst, welche Öle typisch sind, woran du jede Familie beim Riechen erkennst und wie die Familien beim Mischen helfen.

Was eine Duftfamilie ist

Wer mehrere ätherische Öle nebeneinander riecht, merkt schnell: Manche Düfte ähneln sich, andere haben kaum etwas gemeinsam. Eine Duftfamilie fasst Öle zusammen, die für die Nase verwandt sind, also einen ähnlichen Grundcharakter haben. Bei aromen123 ordnen wir das Sortiment in sechs Familien: Zitrus, Blumig, Kräuterig, Würzig, Holzig und Minzig. Diese Einteilung ist eine Orientierungshilfe, keine verbindliche Norm. Parfümhäuser und andere Händler ziehen die Grenzen teils anders, etwa mit einer Gruppe „frisch“.

Ein ätherisches Öl ist kein einzelner Stoff, sondern ein Gemisch aus flüchtigen, also leicht verdunstenden Verbindungen, teils aus mehr als 300 Einzelstoffen. Den größten Anteil haben meist Terpene, eine große Gruppe pflanzlicher Duftstoffe. Welche Stoffe in einem Öl überwiegen, prägt seinen Charakter. Zugleich schwankt die Mischung mit Standort, Reifegrad, Erntezeit, Herkunft und Gewinnungsverfahren. Zwei Lavendelöle, etwa aus Frankreich und aus Bulgarien, können deshalb verschieden riechen und trotzdem eindeutig zur selben Familie gehören.

Die sechs Familien im Überblick

Die Tabelle fasst typische Vertreter, den Pflanzenteil als Ölquelle und die wichtigsten Riech-Merkmale jeder Familie zusammen.

FamilieTypische VertreterPflanzenteilWoran du sie erkennst
ZitrusSüße Orange, Zitrone, Blutorangeäußere Fruchtschalehell, fruchtig, spritzig
BlumigLavendel, Ylang-YlangBlütenweich, rund, oft süßlich
KräuterigRosmarin, Thymian, SalbeiBlätter und Krautgrün, herb, leicht bitter
WürzigZimt, GewürznelkeRinde, Blütenknospenwarm, süß-scharf
HolzigZeder, Sandelholz, Zirbevor allem Holztrocken, tief, harzig oder cremig
MinzigPfefferminze, Krauseminze, EukalyptusBlätterkühl, klar, scharf

Die Spalte zum Pflanzenteil ist eine Merkhilfe, kein festes Gesetz, denn über die Familie entscheidet der Duft, nicht die Botanik. Lemongras etwa ist ein Gras, riecht aber deutlich zitronig und passt für die Nase eher zu den Zitrusölen.

Woran du die Familien beim Riechen erkennst

Die Beschreibungen sind Anhaltspunkte, keine Messwerte, denn jede Nase nimmt etwas anders wahr. Beim Riechen helfen drei Fragen: Erinnert der Duft an Frucht, Blüte, Küche, Wald oder kühle Minze? Ist er hell oder dunkel, leicht oder schwer? Und ist er süß, herb oder scharf? Nach diesen Fragen lassen sich die sechs Familien in drei Paare gliedern.

Zitrus und Minzig: hell und klar

Zitrusöle sitzen in der äußeren Fruchtschale und werden mechanisch aus ihr gewonnen, andere Öle dagegen etwa durch Wasserdampfdestillation, bei der heißer Dampf die Duftstoffe aus der Pflanze mitnimmt. Hauptbestandteil der Zitrusöle ist Limonen, ein Duftstoff aus der Gruppe der Terpene. Typisch ist ein heller, fruchtiger Eindruck wie beim Schälen einer Frucht. Süße Orange riecht dabei runder und süßer, Zitrone spitzer und säuerlicher. Die Unterschiede im Detail zeigt der Beitrag Zitrusöle im Vergleich: Süße Orange und Zitrone.

Minzige Öle teilen mit Zitrus die Klarheit, riechen aber kühl statt fruchtig. Bei Pfefferminze prägt Menthol diesen Eindruck, ein Duftstoff, der ebenfalls zu den Terpenen zählt. Krauseminze ist milder und erinnert an Minze aus dem Garten, Eukalyptus riecht kühl und etwas herber. Mehr dazu unter Minzige Frische: Pfefferminze, Krauseminze und Litsea. Pfefferminz- und Eukalyptusöl gehören wie alle ätherischen Öle außer Reichweite von Kindern; leben Kleinkinder im Haushalt, geh mit diesen beiden Ölen besonders zurückhaltend um.

Blumig und Kräuterig: weich oder grün

Blumige Öle stammen aus Blüten. Ihr Duft ist weich und rund, oft mit einer süßen Seite. Ylang-Ylang riecht schwer, süß und fast cremig, Lavendel klarer und mit einem leicht kräuterigen Unterton. Wie verschieden zwei Blütenöle sein können, beschreibt der Beitrag Blumige Düfte im Vergleich: Lavendel und Ylang-Ylang.

Kräuterige Öle kommen meist aus Blättern und Kraut, etwa von Rosmarin, Thymian oder Salbei. Sie riechen grün und herb, manchmal leicht bitter, und erinnern an ein Kräuterbeet oder an die Küche. Rosmarin hat zusätzlich eine kühle, scharfe Spitze, die ihn in die Nähe der minzigen Familie rückt. Ausführlich beschreibt sie der Beitrag Kräuterige Düfte: Rosmarin und andere grüne Noten.

Würzig und Holzig: warm und tief

Würzige Öle stammen oft aus Rinde oder Knospen: Zimt aus der Rinde, Gewürznelke aus der Blütenknospe. Ihr Duft ist warm und süß-scharf und erinnert an Gebäck oder Glühwein. Chemisch steht hinter manchen Gewürznoten eine andere Stoffgruppe: Zimtaldehyd etwa, ein Duftstoff, dessen Name auf den Zimt verweist, entsteht in der Pflanze auf anderem Weg als die Terpene. Mehr dazu im Beitrag Würzige Düfte: Wie Gewürznoten Wärme in den Raum bringen.

Holzige Öle riechen trocken und tief. Zeder erinnert an frisch gespitzte Bleistifte, Sandelholz ist weich und cremig, Zirbe duftet harzig und erinnert an Bergwald. Patchouli wird zwar aus Blättern gewonnen, steht mit seinem erdigen, dunklen Duft aber den holzigen Ölen nahe. Porträts der drei Hölzer findest du unter Holzige Düfte: Zeder, Sandelholz und Zirbe im Porträt.

Wie Familien beim Mischen helfen

Für eine eigene Mischung musst du nicht jedes Öl im Detail kennen; die Familien dienen als grobe Landkarte. Drei Ansätze bieten sich als Ausgangspunkt an.

Verwandte Familien verbinden: Zitrus mit Minzig oder Würzig mit Holzig. Solche Paare liegen im Charakter nah beieinander, der Gesamteindruck bleibt einheitlich. Ein Beispiel ist das Frische-Set, das Krauseminze mit Zitrone und Blutorange kombiniert, also Minzig mit Zitrus.

Einen Kontrast setzen: Zitrus mit Holzig, also hell mit dunkel. Hier bringt jede Familie etwas ein, das der anderen fehlt. Eine mildere Spannung entsteht zwischen Blumig und Zitrus, etwa beim Feierabend-Duo, das blumigen Lavendel mit fruchtiger Orange verbindet.

Eine Familie führen lassen: Lege fest, welche Familie den Ton angibt, und setze die zweite sparsamer ein. So bleibt erkennbar, wonach die Mischung in erster Linie riechen soll.

Die Familien sagen allerdings nichts darüber, in welcher Reihenfolge du die Bestandteile einer Mischung wahrnimmst. Dafür gibt es ein eigenes Modell, das der Beitrag Die Duftpyramide einfach erklärt vorstellt. Beide Werkzeuge ergänzen sich: Die Familie beschreibt, wie ein Öl riecht, die Pyramide, wann es in den Vordergrund tritt.

Praxistipp: die Familien am Teststreifen kennenlernen

Am schnellsten lernst du die Familien im direkten Vergleich kennen, am besten mit Teststreifen, also schmalen Streifen aus saugfähigem Papier, wie man sie aus Parfümerien kennt.

  1. Wähle je Familie ein Öl, zum Beispiel Orange, Lavendel, Rosmarin, Zimt, Zeder und Pfefferminze.
  2. Beschrifte jeden Streifen mit Bleistift und gib erst dann einen Tropfen an die Spitze.
  3. Fächle den Streifen mit etwas Abstand vor der Nase, statt direkt an der Flasche zu riechen.
  4. Notiere zu jedem Duft ein oder zwei eigene Wörter, etwa „Schale“, „Wiese“ oder „Bleistift“. Rieche nach 10–15 Minuten erneut und vergleiche deine Notizen.
  5. Rieche zum Schluss an zwei Streifen aus verschiedenen Familien zugleich. So prüfst du, ob ein Paar zusammenpasst, bevor du Öl für eine Mischung verwendest.

Den ausführlichen Ablauf beschreibt der Beitrag Duftmischungen testen: Der Teststreifen-Weg. Verschließe die Flaschen nach jedem Test sofort und bewahre Öle und benutzte Streifen außer Reichweite von Kindern und Haustieren auf.

Gut zu wissen: Ätherische Öle sind keine Arzneimittel und nicht zum Verzehr bestimmt. Bei Fragen zur Sicherheit wende dich an Fachleute, an deine Ärztin oder deinen Arzt oder an eine Giftinformationszentrale.