Minzige Frische: Pfefferminze, Krauseminze und Litsea
Pfefferminze, Krauseminze und Litsea cubeba duften frisch, jede auf ihre eigene Art. Du erfährst, was Menthol, Carvon und Citral im Duftbild ausmachen und wie du die drei Öle in Duftlampe und Diffuser einsetzt.
Drei frische Öle aus drei Pflanzen
Wenn von minziger Frische die Rede ist, denken viele zuerst an Pfefferminze. Pfefferminzöl, Krauseminzöl und das Öl von Litsea cubeba werden oft gemeinsam genannt, weil alle drei hell und klar duften. Botanisch und im Duftbild unterscheiden sie sich jedoch deutlich. Dieser Bericht zeigt dir, woran du die Unterschiede erkennst und wie du die Öle im Raum einsetzt.
Pfefferminze (Mentha × piperita) und Krauseminze (Mentha spicata) gehören zu den Lippenblütlern. So heißt eine große Pflanzenfamilie, deren Blüten an eine Ober- und eine Unterlippe erinnern. Auch Rosmarin, Lavendel und Thymian zählen dazu. Weitere Vertreter stellt der Bericht Kräuterige Düfte: Rosmarin und andere grüne Noten vor. Beide Minzen haben einen vierkantigen Stängel, ein typisches Merkmal dieser Familie. Die Pfefferminze wird 30–60 cm hoch, die Krauseminze erreicht 30–100 cm.
Aufschlussreich ist die Verwandtschaft der beiden Minzen untereinander: Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Wasserminze (Mentha aquatica) und Krauseminze. Das Malzeichen × im botanischen Namen weist genau darauf hin. Die Krauseminze ist also gewissermaßen ein Elternteil der Pfefferminze. Litsea cubeba, auch May Chang genannt, gehört dagegen gar nicht zu den Minzen, sondern zu den Lorbeergewächsen. Sie steht in diesem Vergleich, weil ihr Öl eine ähnlich klare Frische mitbringt, allerdings mit Zitronencharakter statt Minznote.
Pfefferminze: Was Menthol im Duftbild bedeutet
Den typischen Charakter von Pfefferminzöl prägt Menthol. Dieser Duftstoff stellt in der Regel den größten Anteil des Öls. Im Duftbild steht Menthol für die kühle, klare und fast schneidende Note, die du sofort mit Pfefferminze verbindest. Daneben enthält das Öl reichlich Menthon, einen engen chemischen Verwandten des Menthols. Menthon bringt eine etwas herbere, krautige Seite hinein.
Bemerkenswert ist, was im Pfefferminzöl kaum vorkommt: Carvon, der Duftstoff, der die Krauseminze prägt, ist darin höchstens in Spuren enthalten. Obwohl die Krauseminze ein Elternteil der Pfefferminze ist, duften die beiden Öle deshalb deutlich verschieden.
Weil die Pfefferminze eine Kreuzung ist, die sich leicht mit anderen Minzen weiter vermischt, wird sie nur vegetativ vermehrt. Das bedeutet: Neue Pflanzen entstehen aus Pflanzenteilen wie Ausläufern, nicht aus Samen. So bleibt eine Sorte über viele Pflanzengenerationen hinweg gleich. Ein Beispiel aus unserem Sortiment ist das Pfefferminzöl Mitcham aus Italien. Mitcham ist dabei der Name der Sorte, Italien die Herkunft.
Krauseminze und Litsea cubeba: Frische ohne Menthol
Krauseminze: die mildere Minze
Die Krauseminze, auch Grüne Minze oder englisch Spearmint genannt, ist eine mehrjährige Pflanze. Sie bildet Rhizome, also unterirdisch wachsende Sprosse, aus denen immer neue Triebe austreiben. Ihr Öl lässt sich aus den getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen durch Wasserdampfdestillation gewinnen. Dabei strömt heißer Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial und nimmt die Duftstoffe mit. Nach dem Abkühlen trennt sich das Öl vom Wasser.
Im Duftbild ist Krauseminze weicher und süßlicher als Pfefferminze. Statt Menthol prägt hier Carvon den Duft, begleitet von Limonen, einem Duftstoff, der auch in Zitrusschalen reichlich vorkommt. Viele erkennen darin den Geruch frisch gezupfter Minzblätter aus dem Garten. Wie stark Carvon hervortritt, schwankt je nach Herkunft, Klima, Erntezeitpunkt und Anbau erheblich. Zwei Krauseminzöle können deshalb merklich verschieden duften.
Im Frische-Set unseres Sortiments ist Krauseminze mit Zitrone und Blutorange kombiniert. Welche Zusammenstellung zu welchem Raum passt, vergleicht der Bericht Die Duft-Sets im Vergleich: Welches Set zu welchem Zuhause passt.
Litsea cubeba: Zitronenfrische aus Früchten
Bei Litsea cubeba stammt das Öl nicht aus Blättern, sondern aus den Früchten der Pflanze. Prägend ist Citral, ein Duftstoff mit deutlichem Zitronencharakter. Genau genommen ist Citral ein Gemisch aus zwei sehr ähnlichen Duftstoffen. Es macht den Großteil des Öls aus und sorgt für eine helle, spritzige Note, die an Zitrone erinnert, aber süßlicher ausfällt.
Achte beim Kauf auf den botanischen Namen, denn deutsche Handelsnamen sind nicht immer eindeutig. Der Name Zitronenmyrte etwa bezeichnet nicht Litsea cubeba, sondern Backhousia citriodora, eine andere citralreiche Pflanze, die im Englischen Lemon Myrtle heißt. Was auf einem Etikett stehen sollte, erklärt der Bericht Etiketten richtig lesen: botanischer Name, Herkunft und Gefahrenhinweise. Das Litsea-cubeba-Öl aus unserem Sortiment trägt den botanischen Namen bereits in der Bezeichnung.
Die drei Öle im Überblick
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die drei Öle unterscheidet. Die Duftbeschreibungen dienen als Orientierung, denn je nach Herkunft und Ernte fällt jedes Öl etwas anders aus.
| Öl | Botanischer Name | Prägender Duftstoff | Duftcharakter |
|---|---|---|---|
| Pfefferminzöl | Mentha × piperita | Menthol, daneben Menthon | kühl, klar, kräftig, leicht herb |
| Krauseminzöl | Mentha spicata | Carvon, daneben Limonen | weich, süßlich, grün |
| Litsea-cubeba-Öl | Litsea cubeba | Citral | zitronig, hell, spritzig |
In Mischungen ergänzen sich die drei gut. Litsea cubeba hellt eine Pfefferminznote auf und nimmt ihr etwas Strenge. Krauseminze bringt Weichheit in zitronige Kombinationen. Pfefferminzöl setzt sich dagegen schnell durch. Gib es deshalb sparsam hinzu.
Minzige Noten in Duftlampe und Diffuser
In der Duftlampe erwärmt ein Teelicht eine Schale mit Wasser, auf das du das Öl gibst. Ein Ultraschall-Diffuser verteilt dagegen einen feinen, kalten Nebel aus Wasser und Öl im Raum. Welche Technik zu welchem Raum passt, beschreibt der Bericht Diffuser, Duftlampe oder Stab: Welche Technik zu welchem Raum passt.
Für minzige Öle gilt: Beginne zurückhaltend. Pfefferminzöl ist so präsent, dass schon eine kleine Menge den Raum deutlich prägt. Lüfte zwischendurch und lass Duftlampe und Diffuser nicht ununterbrochen laufen. Eine Duftlampe mit Teelicht sollte nie unbeaufsichtigt brennen. Ideen für frische Noten im Arbeitszimmer findest du im Bericht Am Schreibtisch: Frische im Arbeitsalltag.
Menthol und Kinder
Für Säuglinge und Kleinkinder gelten mentholhaltige Öle wie Pfefferminzöl als ungeeignet, und zwar auch als Duft in der Raumluft. Verwende Pfefferminzöl deshalb nicht in Räumen, in denen sich Babys oder Kleinkinder aufhalten. Bewahre alle Fläschchen außerhalb der Reichweite von Kindern auf; kindergesicherte Verschlüsse erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Hat ein Kind Öl verschluckt oder verhält es sich auffällig, etwa durch Erbrechen, ungewöhnliche Mattigkeit oder einen schwankenden Gang, wende dich sofort an eine Giftinformationszentrale. In ernsten Fällen wähle den Notruf 112. Weitere Hinweise enthält der Bericht Kinder und Duftöle: Sicher im Haushalt.
Praxistipp: die drei Öle nebeneinander riechen
Wenn du die Unterschiede selbst kennenlernen möchtest, vergleiche die Öle am besten auf Duftstreifen aus Papier. Beschrifte drei Streifen, tupfe jeweils die Spitze kurz an die Tropföffnung eines Fläschchens und rieche mit etwas Abstand nacheinander daran. Kehre nach einer Weile zu den Streifen zurück. So bemerkst du, wie sich die kühle Mentholnote der Pfefferminze, die weiche Carvonnote der Krauseminze und das helle Citral der Litsea mit der Zeit verändern. Lege die Streifen danach außer Reichweite von Kindern und Haustieren ab.