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Am Schreibtisch: Frische im Arbeitsalltag

Ein dezenter Duft am Schreibtisch braucht wenige Tropfen, kurze Intervalle und frische Luft. Wir zeigen, welche Duftfamilien sich für Homeoffice und Büro eignen und wie du Rücksicht auf andere im Raum nimmst.

Warum am Arbeitsplatz ein leiser Duft genügt

Am Schreibtisch verbringen viele Menschen täglich mehrere Stunden im selben Raum: im Homeoffice oft in einem kleinen Arbeitszimmer, im Büro gemeinsam mit anderen. Ein Raumduft, der im offenen Wohnbereich kaum auffällt, ist dort schnell zu intensiv. Für den Arbeitsalltag eignet sich deshalb ein dezenter Duft – einer, den du beim Hereinkommen bemerkst, der aber nicht den ganzen Tag im Vordergrund steht.

Hinzu kommt eine Beobachtung, die viele kennen: Wer längere Zeit im bedufteten Raum sitzt, nimmt den Duft nach einer Weile selbst kaum noch wahr. Das verleitet dazu, Öl nachzugeben, obwohl der Raum für alle anderen längst deutlich duftet. Eine einfache Regel lautet daher: lieber zu wenig als zu viel, und lieber in kurzen Phasen als ununterbrochen.

Raumbeduftung ist eine der möglichen Verwendungen ätherischer Öle. Das sind meist wasserabweisende, flüchtige Flüssigkeiten aus pflanzlichen Rohstoffen, die oft nach ihrer Ausgangspflanze riechen. Flüchtig bedeutet, dass sie rasch verdunsten und sich so in der Raumluft verteilen. Eine feste Mengenangabe für den Schreibtisch gibt es nicht. Orientiere dich an den Hinweisen des Geräteherstellers und daran, wie stark der Duft beim Betreten des Raums ankommt.

Minze, Kräuter, Zitrus: drei Duftfamilien für den Arbeitstag

Eine Duftfamilie fasst Öle mit ähnlichem Geruchscharakter zusammen, etwa minzig, kräuterig oder zitrusartig. Für den Schreibtisch empfehlen wir drei Familien mit klaren, hellen Noten. Diese Auswahl ist eine redaktionelle Empfehlung und beruht allein darauf, wie die Öle riechen. Schwere, süße oder erdige Düfte wie Patchouli oder Ylang-Ylang geben im kleinen Arbeitszimmer dagegen schnell den Ton an.

Minzig

Das Pfefferminzöl Mitcham aus Italien riecht kühl, klar und kräftig. Prägend für seinen Duft ist Menthol, ein Duftstoff, den viele aus Pfefferminzbonbons kennen. Krauseminze, wie sie etwa im Frische-Set mit Zitrone und Blutorange enthalten ist, riecht milder und etwas süßlicher. Minze ist intensiv: Schon sehr wenig Öl ist in einem kleinen Raum deutlich wahrnehmbar. Wie sich Pfefferminze, Krauseminze und das zitronig-frische Litsea unterscheiden, beschreibt der Beitrag Minzige Frische: Pfefferminze, Krauseminze und Litsea.

Kräuterig

Das Rosmarinöl aus Tunesien riecht krautig-herb und frisch, mit einer leicht holzigen Seite. Es erinnert an einen Rosmarinzweig, den du zwischen den Fingern zerreibst. Kräuternoten sind weniger süß als Zitrus und weniger scharf als Pfefferminze.

Zitrus

Zitronenöl riecht hell, spritzig und leicht säuerlich, süßes Orangenöl rund und fruchtig. Beide entstehen anders als die meisten ätherischen Öle. Diese werden in der Regel durch Wasserdampfdestillation gewonnen: Heißer Dampf strömt durch die Pflanzenteile, und nach dem Abkühlen wird das Öl vom Wasser getrennt. Zitrusöle dagegen werden mechanisch aus den Fruchtschalen gepresst; dieses Verfahren heißt Kaltpressung. Einen ausführlichen Vergleich bietet der Beitrag Zitrusöle im Vergleich: Süße Orange und Zitrone.

DuftfamilieBeispieleDuftcharakterHinweis für den Schreibtisch
MinzigPfefferminze, Krauseminzekühl, klar, kräftigsehr sparsam dosieren; nicht in Räumen mit Kleinkindern
KräuterigRosmarinkrautig, herb, grünzurückhaltend, gut mit Zitrus kombinierbar
ZitrusZitrone, süße Orangespritzig bis fruchtig-süßvielseitig, passt zu Minze und Rosmarin

Dosieren: wenige Tropfen, kurze Intervalle, regelmäßig lüften

Für Tropfenzahl und Laufzeit gibt es keine amtlichen Vorgaben. Maßgeblich sind immer die Hinweise des Geräteherstellers, ergänzt durch deine eigene Wahrnehmung im Raum. Ein Diffuser ist ein elektrisches Gerät, das Wasser mit wenigen Tropfen Öl als feinen Nebel in den Raum abgibt. Eine Duftlampe ist eine kleine Schale mit Wasser, die von einem Teelicht erwärmt wird.

  1. Beginne im Arbeitszimmer mit wenigen Tropfen im Diffuser oder in der Duftlampe, am unteren Ende der Herstellerangabe. Erst wenn der Duft beim Hereinkommen kaum zu bemerken ist, gib einen weiteren Tropfen dazu.
  2. Lass den Diffuser nur kurz laufen und schalte ihn danach für eine deutlich längere Pause ab. Hat dein Gerät eine Zeitschaltung oder einen Intervallbetrieb, bei dem es abwechselnd läuft und pausiert, nutze diese Funktion.
  3. Lüfte regelmäßig, zum Beispiel in jeder größeren Arbeitspause. Stoßlüften heißt: Du öffnest das Fenster für einige Minuten ganz und schließt es dann wieder. Raumduft ersetzt das Lüften nicht.

Im Büro ist eine Duftlampe mit Teelicht oft keine gute Wahl, weil die offene Flamme neben Papierstapeln und Kabeln steht. Kläre vorher, ob offene Flammen erlaubt sind, und lass eine brennende Duftlampe nie unbeaufsichtigt. Welche Technik zu welcher Raumgröße passt, vergleicht der Beitrag Diffuser, Duftlampe oder Stab: Welche Technik zu welchem Raum passt.

Rücksicht auf andere im Raum

Im Homeoffice entscheidest du meist allein, im gemeinsamen Büro nicht. Gerüche werden sehr unterschiedlich empfunden: Was für dich frisch riecht, kann für die Kollegin am Nebentisch aufdringlich sein. Sprich einen Raumduft deshalb vorher ab. Empfindet jemand im Raum Düfte als störend, verzichte ganz auf einen Diffuser; im Großraumbüro gilt das im Zweifel immer. Ein persönlicher Duft direkt am Platz, wie im Praxistipp beschrieben, ist dann oft die rücksichtsvollere Lösung.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Homeoffice mit Kindern. Säuglinge und Kleinkinder reagieren deutlich empfindlicher auf ätherische Öle als Erwachsene. Bei Kindern unter drei Jahren ist bei Pfefferminz-, Eukalyptus-, Thymian- und Kampferöl besondere Vorsicht geboten. Halten sich Kleinkinder im Arbeitszimmer auf, verzichte dort auf Minze und bedufte insgesamt sehr zurückhaltend.

Bewahre Fläschchen außerhalb der Reichweite von Kindern auf und verschließe sie nach jedem Gebrauch; ein kindersicherer Verschluss bietet zusätzlichen Schutz. Giftinformationszentralen erhalten viele Anfragen, weil Kinder Duftöle versehentlich in den Mund genommen haben. Hat ein Kind Öl in den Mund genommen oder verschluckt, ruf umgehend eine Giftinformationszentrale an und halte das Fläschchen für Rückfragen bereit. Erbricht es, ist es auffällig matt oder schwankt es beim Gehen, wähle sofort den Notruf 112. Weitere Hinweise findest du im Beitrag Kinder und Duftöle: Sicher im Haushalt.

Praxistipp: den eigenen Schreibtischduft finden

Bevor du ein Öl in den Diffuser gibst, teste es auf Teststreifen. Das sind schmale Streifen aus saugfähigem Papier, auf die du je einen Tropfen gibst und an denen du in Ruhe riechen kannst. Leg dir drei Streifen zurecht: einen mit Pfefferminze, einen mit Rosmarin und einen mit Zitrone. Riech gleich nach dem Auftropfen, nach einer halben Stunde und am Ende des Arbeitstags daran und notiere, welcher Duft dir auch nach Stunden noch angenehm ist.

Gefällt dir eine Kombination, etwa Zitrone mit etwas Rosmarin, prüfe auch sie zuerst auf zwei Streifen nebeneinander. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, erklärt der Beitrag Duftmischungen testen: Der Teststreifen-Weg. In einem Büro, in dem kein Diffuser laufen soll, kann ein solcher Streifen auch die ganze Beduftung sein: Leg ihn auf eine kleine Glas- oder Keramikschale neben deinen Platz, damit kein Öl auf Tisch oder Unterlagen gelangt. Der Duft ist dann vor allem an deinem Platz wahrnehmbar. Auch der Streifen gehört außer Reichweite von Kindern.

Gut zu wissen: Ätherische Öle sind keine Arzneimittel und nicht zum Verzehr bestimmt. Bei Fragen zur Sicherheit wende dich an Fachleute, an deine Ärztin oder deinen Arzt oder an eine Giftinformationszentrale.